Neben der Aussetzung der Valorisierung von Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld wird auch im Bildungsministerium der Sparstift angesetzt. Nach einem ersten Probelauf in einer Linzer HAK [1] verkündete Bildungsminister Wiederkehr heute die Wiederverwertung sämtlicher heuriger Maturaaufgaben für die nächsten 2 - 5 Jahre.

Der Test in Linz sei gut verlaufen, erst nach 3 Stunden habe eine nicht eingeweihte Lehrperson erkannt, dass es sich um die Aufgabenstellung des Vorjahres handelte. Dass nachfolgende Jahränge dadurch einen Vorteil erlangen würden, glaubt Wiederkehr nicht: “Niemand wird es finden. Bis dahin haben die Kids, wie ich sie nenne, 1 Million Fotos im Handyspeicher und finden die alten Angaben nicht mehr. Beim Durchscrollen durch die Socials, wie die Kids so schön sagen, kommen sie höchstens 3 Tage zurück. Ein Jahr zurück schafft keiner. Wiederkehrenwort.” Auch die Überlegung, den Schülerinnen und Schülern bereits abgegebene Arbeiten aus dem Vorjahr auszuhändigen, um Papier zu sparen, stünde noch im Raum.

Einer ersten Meinungsumfrage des Random-Bullshit-Meinungsforschungsinstituts zufolge, könnte es sich um die erste Maßnahme der neuen Regierung handeln, die von der breiten Bevölkerung begrüßt wird. Dazu kommt es, weil neben den bildungsfernen Familien, die jegliche höhere Bildung nach dem kleinen Ein-Mal-Eins ohnehin ablehnen, auch Bobo-Familien jegliche Hürden für ihre Kinder scheuen. Im Justizministerium geht man von Kosteneinsparungen aus, getrieben von einem starken Rückgang von Klagen von Eltern gegen das Lehrpersonal.

Kritik kommt unterdessen von Bildungsexperten, die speziell für die Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Kärnten, Salzburg, Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich und Burgenland langfristige Probleme vorprogrammiert sehen: “Unter den Kürzungen im Bildungsbudget leiden die bildungsarmen Haushalte am meisten.”

[1] https://ooe.orf.at/stories/3304318/